2006
Von Gaby im Val di Lys
über das Rifugio Rivetti, Piedicavallo, San Giovanni und Oropa
zurück ins Val di Lys
sowie
von Noasca nach Ceresole Reale und Fornolosa
1. Tag: Anreise von Bayern nach Issime
Die Anreise erfolgte diesmal an einem Sonntag, um dem Bettenwechsel-Verkehr am Samstag zu entgehen, was auch sehr zu empfehlen ist. Nach den Erfahrungen des Jahres 2005 hatte ich für den Anreisetag keinen Aufstieg mehr eingeplant. Unser Übernachtungsquartier mit sehr gutem Abendessen hatten wir im Hotel Posta (958 m GPS32T 0410.760 5059.765) in Issime im Val di Lys (Doppelzimmer mit Frühstück 60 bis 80 Euro).
2. Tag: Von Niel zum Santuario San Giovanni
Am nächsten Morgen hängen die Wolken etwas tief, aber zum Glück regnet es nicht. Zuerst fahren wir mit dem Auto das Lystal etwas weiter hinauf bis nach Gaby, wo beim Tourismusbüro (1065 m GPS 32T 0412.955 5062.786) rechts die Straße nach Niel abzweigt. Wir folgen der Straße hinauf bis an deren Ende in Niel, wo es bei der Bar auch ein paar wenige Parkplätze (1556 m GPS 32T 0414.518 5063.401) gibt. Direkt am Parkplatz befinden sich die Wegweiser zu mehreren Tourenzielen, u. a. zum Passo di Mologna Grande, wo wir hin wollen (Weg 6 b). Der Weg führt zuerst sehr gut ausgebaut (Steinplatten) aufwärts und geht allmählich in einen „normalen“ Pfad über. Man überquert zwei dicht aufeinander folgende Brücken, zwischen denen nach links der Weg 6 zum Colle Lazoney abzweigt (1751 m GPS 32T 0415.287 5063.886). Die folgenden Serpentinen haben es ganz schön in sich und trotz des bedeckten Himmels kommen wir ganz schön ins Schnaufen! Als wir die 2000-Meter-Grenze knapp überschritten haben, wird nochmals ein Bach gequert (2032 m GPS 32T 0416.052 5063.731). Kurz darauf kommt man an einer offensichtlich verlassenen Alm (2098 m GPS 32T 0416.562 5063.839) vorbei und dieser GPS-Messpunkt zeigt, dass der in der IGC-Karte eingezeichnete Wegverlauf wohl nicht genau richtig ist. Es geht weiter aufwärts und an einer anderen Alm vorbei (2225 m GPS 32T 0416.520 5063.826) auf eine nahe gelegene Anhöhe (2228 m GPS 32T 0416.562 5063.839). Kurz vor dem kleinen Lago Cretia quert man erneut ein kleines Bächlein (2222 m GPS 32T 0416.624 5063.936). Da die Wolken etwas aufreißen nutzen wir die Gelegenheit zu einer Rast am See (2226 m GPS 32T 0416.659 5063.968), der nur ein paar Schritte vom Weg entfernt ist. Die aufgerissenen Wolken geben uns auch schon einen Blick zum Mologna Grande hinauf frei.
Nach der Rast nehmen wir den letzten Anstieg zum Mologna Grande in Angriff. Der Weg führt zunächst an einem Steinmännchen (2257 m GPS 32T 0416831 5063.887) vorbei, bis wir – von einer großen Schafherde begleitet - kurz vor dem Colle auf die GTA treffen (2359 m GPS 32T 0417.085 5063.865), die von links vom Colle Lazoney herüberkommt und der wir nach rechts bis zum Passo di Mologna Grande (2371 m GPS 32T 0417.098 5063.834) folgen.
Leider stehen wir am Pass schon wieder in ziemlich dichten Wolken, so dass wir nach kurzer Rast auf der anderen Seite des Passes zum Rifugio Rivetti absteigen (2192 m GPS 32T 0417.191 5063.387).
Da es noch nicht allzu spät ist, entschließen wir uns nach ausgiebiger Rast und nachdem ich mit einem der Esel Freundschaft geschlossen hatte, den Abstieg nach Piedicavallo noch in Angriff zu nehmen. Dieser zog sich dann doch länger hin als wir vermutet hatten. Vorbei an der Abzweigung nach rechts zum Colle della Mologna piccola (1608 m GPS 32T 0417.652 5062.391) und das Almdorf La Monta (1561 m GPS 32T 0418.111 5060.788) erreichen wir mit müden Füßen aber doch noch Piedicavallo. Hier rächt es sich zunächst, dass wir vom Rifugio Rivetti aus nicht telefonisch beim Albergo Rosa Bianca angefragt hatten – alle Betten sind belegt! So sorgen wir in der nahen Bar Rosa (1028 m GPS 32T 0418.829 5059.920) zunächst für die dringend erforderliche Flüssigkeitszufuhr und beratschlagen, was wir nun tun sollen. Noch bis hinauf zum Rifugio La Sella bei der Madonna della Neve? Dafür sind wir zu müde. So fragen wir den sehr hilfsbereiten Wirt der Bar und seine Ehefrau um Rat, wo denn in der Nähe noch eine Übernachtungsmöglichkeit bestehe – wir könnten dann den letzten Bus talabwärts Richtung Rosazza nehmen. Der Wirt meint, am besten wäre es, von Rosazza aus bis zum Santuario San Giovanni weiter zu gehen. Das sei von Rosazza aus nicht mehr sehr weit und dort gebe es eine so große Anzahl von Betten, dass man eigentlich immer eine Übernachtungsmöglichkeit bekomme.
Zur Sicherheit rufe ich trotzdem an und melde uns an.
Ihr könnt Euch vermutlich schon denken, wie es weiterging, als ich das Telefonat beendet hatte: Der Wirt bot uns an, uns mit der macchina nach San Giovanni (1004 m GPS 32T 0421.613 5056.578) zu fahren, so ein Fußmarsch auf der Asphaltstraße sei ja auch nicht so angenehm. Irgendwie kam mir das vom letzten Jahr sehr bekannt vor…. ;-))
Nach einer ausgiebigen Dusche und der Erkundung des Klosters samt Umgebung erwartete uns wiederum ein köstliches Abendessen mit feinem Carpaccio und und und …. Aber eigentlich kein Wunder, dass man im Kloster himmlisch speist! Sehr amüsant waren auch die „Wortgefechte“ mit dem sehr liebenswerten Koch, der es genüsslich heraus hängen ließ, dass die Italiener den Deutschen den Fußball-WM-Titel weggeschnappt hatten. Selbst mein schnippischer Hinweis, dass wir wenigstens kein JUVE hätten, tat seiner Freude wenig Abbruch!
Homepage des Santuario di San Giovanni
3. Tag: Vom Santuario di San Giovanni nach Oropa
Am Vorabend hatten wir rechts neben dem Einfahrtstor zum Kloster eine große Übersichtskarte (siehe 2006 Fotos!) zur Via della Fede gesehen, die wie die GTA nach Oropa führt. Daher fragen wir beim Frühstück den signore, der uns bedient (und der auch die Bar im Schlosshof betreibt), welche Variante er empfiehlt. Ganz salomonisch meint er, dass beide Wege sehr schön seien. Er bevorzuge die Variante über die Galleria Rosazza, die Via della Fede habe den Vorteil, dass sie nahezu höhengleich nach Oropa führe. Nach dem gestrigen anstrengenden Tag entscheiden wir uns für die geruhsamere Variante.
Wir folgen zunächst hinter dem Kloster der Straße aufwärts Richtung Galleria Rosazza für ungefähr 15 bis 20 Minuten bis zu den Häusern von Case Selletto (1117 m GPS 32T 0421.421 5055.924). Hier weist ein verrosteter Wegweiser an der Rechtskehre nach rechts Richtung Galleria Rosazza (der Straße weiter folgend), ein weiterer nach links Richtung Colle Cucco, markiert rot weiß rot als E1. Der Weg verläuft praktisch eben, ein paar Minuten nach der Abzweigung von der Straße hat man einen herrlichen Blick zurück auf die Klosteranlage von San Giovanni. Gut markiert und durch den Wald schön beschattet geht es weiter, vorbei an einem Autowrack links des Weges, das bereits zur Hälfte im alten Laub versunken ist (1150 m GPS 32T 0421.738 5055.628). Wir queren im weiteren Verlauf mehrere Bachläufe, wo sich noch die Erdrutsche des vergangenen Winters/Frühjahrs erahnen lassen. Der Weg ist jedoch an allen diesen wieder perfekt neu hergerichtet worden. Stets auf dem nahezu gleichen Höhenniveau läuft der Weg um die ganze Bergflanke herum, ein Falschgehen ist praktisch unmöglich. Im Bereich des Colle Cucco verläuft der Weg ein längeres Stück über Almwiesen mit stetigem schönen Ausblick. Wir übersteigen ein Weidegatter (1218 m GPS 32T 0422.920 5053.576) und erreichen einen wunderbaren Aussichtspunkt mit Panoramakarte (1240 m GPS 32T 0423.227 5052.939).
Kurz danach mündet von links die Grande Traversata Biellese (GTB) ein (1256 m GPS 32T 0423.252 5052.899), dieser Weg sieht aber nicht so aus, als ob er sehr häufig begangen würde. Ab hier ist der weg mit GTB oder D15 markiert. Vorbei an zwei weiteren Infotafeln (1245 m GPS 32T 0423.252 5052.862 bzw. 1249 m 32T 0423.176 5052.756) erreichen wir die Abzweigung des Weges 5B (1251 m GPS 32T 0422.969 5052.756). Wir laufen aber auf dem D15 weiter, vorbei an einer Alm (1258 m GPS 32T 0422.563 5052.583) mit Brunnen. Am Waldrand ( 1234 m GPS 32T 0422.328 5052.591) verlässt der Weg wieder die offenen Almwiesen. Schließlich kommen wir kurz vor Oropa zu einem genialen Aussichtsplatz (1190 m GPS 32T 0420.994 5053.081), der einen hervorragenden Überblick über die riesige Klosteranlage bietet. Von hier sind es nur noch ein paar Minuten bis zum Endpunkt des D15 (1156 m GPS 32T 0420.488 5053.443) außerhalb der Klosteranlage.
Wir laufen erst einmal staunend in der großen Anlage hinunter bis zum Haupttor, wo sich links die Rezeption für die Pilgerunterkünfte befindet. Dieses Wort beschreibt den Beherbergungsbetrieb aber nicht sehr zutreffend, es handelt sich schon mehr um ein Hotel: es gibt unterschiedliche Zimmerkategorien und auch eine ziemlich große Anzahl an Zimmern, so dass wir auch ohne Voranmeldung problemlos unterkommen. Nach der obligatorischen Dusche machen wir uns noch auf zu einer ausgiebigen Besichtigungs- und Fototour, die wir mit dem Postkartenschreiben in einer kleinen Bar mit „Biergarten“ vor den Klostermauern beenden. Sehr originell fand ich die hölzernen Postkarten mit Oropa-Ansicht, doch leider habe ich nach unserer Rückkehr erfahren, dass diese zerbrochen in einer Klarsichthülle angekommen sind.
Das Abendessen kann man an der Rezeption gleich mitbuchen und erhält hierfür einen Voucher für das Restaurant in unmittelbarer Nähe der Rezeption. Es gibt auch Tische auf der Veranda. Am Abend ein Genuss, wenn die Baumaschinen nicht mehr dröhnen! Leider sind die Getränke im Essensgutschein nicht enthalten: etwas umständlich wird der Getränkekonsum vom Restaurant der Rezeption gemeldet, allerdings schließt die Rezeption gerade zur Essenszeit, so dass man am Abend nicht mehr bezahlen kann.
4. Tag: Von Oropa nach Fontainemore über die Via della processione
So kommt am nächsten Morgen etwas Hektik auf, weil wir die erste Seilbahn um 8 Uhr hinauf nach Oropa 2000 schaffen wollen. Frühstück gibt es erst ab 7.30 Uhr, auch die Rezeption öffnet um 7.30 Uhr. Glücklicherweise ist um 20 nach Sieben schon jemand da, der uns „Frühaufstehern“ das Frühstück kredenzt! Da wir beide keinen großen Frühstücksesser sind, können wir auch bald unser Zimmer bezahlen und laufen im Eilschritt hinauf zur Seilbahnstation: Mist, wir waren zu schnell, über fünf Minuten zu früh an der Seilbahnstation (1221 m GPS 32T 0420.209 5053.361)! ;-))
Neben dem Gondelführer sind schon drei weitere Italiener (und die Semmeln für die Übernachtungsgäste von oben!) bei der ersten Bergfahrt dabei. Zwei davon wollen Richtung Rifugio Coda, den dritten trafen wir am Vormittag noch einmal.
Wir verlassen die Bergstation (1851 m GPS 32T 0417.993 5053.864) und fragen den „Semmelabholer“ vom Rifugio Savoia, wo denn der Weg D22 zu finden sei, den ich auf der Karte ausgesucht hatte, der aber an den Wegweisern nicht bezeichnet war. Der Mann meint, dieser Weg starte erst etwas oberhalb der Hütte, wir müssten zunächst dem Weg D21 bis zur Abzweigung folgen. Also marschieren wir los, bis uns die Markierung auf einem Felsblock anzeigt, dass der Weg D21 nach links abzweigt (1964 m GPS 32T 0417.893 5054.042). Dass neben der Markierung ein „EE“ steht, beunruhigt uns nicht weiter. Allerdings ist der Steig wesentlich schmäler bisher und vor allem ziemlich steil! An einigen Stellen sind auch Seile zur Unterstützung angebracht, die zwar eine willkommene Hilfe darstellen, aber es handelte sich nicht um besonders ausgesetzte Stellen. Aufgrund der Steilheit kommen wir ganz schön außer Puste und sind vor allem froh, dass wir den Weg bei trockenem Wetter bergauf gehen, denn hier bei Regen bergab zu gehen wäre ziemlich gefährlich. Aufgrund des Wegverlaufs plagen uns auch Zweifel, ob der D22 wirklich wie in der Karte eingezeichnet zum Colle Balma führt oder vielleicht doch nur auf den links davon liegenden Gipfel. Insbesondere deswegen, weil wir etwas tiefer stets den gut ausgebauten D22 im Blick haben, der dann weiter doch noch in einer langezogenen Kurve nach links hinüber führt. Schließlich erreichen wir aber ein kleines Hochplateau mit fünf kleinen Kreuzen (2222 m GPS 32T 0417.689 5054.460), in der Karte als „stele“ bezeichnet. Auf dem Hügel linker Hand steht ein Alpini-Denkmal. Wenig später mündet wie vermutet von rechts wieder der D22 ein (2226 m GPS 32T 0417.551 5054.588), hier treffen wir auch wieder den einzelnen Wanderer aus der Seilbahn. Er klärt uns lächelnd auf, dass der D22 der Prozessionsweg vom Colle Balma nach Oropa sei, wir hätten den Alpini-Steig genommen, an dem die Alpini Geländeübungen durchführten. Und ich denke mir anhand unserer Routenwahl: „warum einfach, wenn´s auch schwierig geht?“
Nach einer kurzen Verschnaufpause nehmen wir die letzten Minuten zum bereits sichtbaren Colle Balma (2268 m GPS 32T 0417.295 5054.645) in Angriff, der uns mit einer phantastischen Aussicht überrascht! Bei einer ausgiebigen Rast genießen wir das herrliche Panorama, bevor wir das zweite Teilstück Richtung Fontainemore in Angriff nehmen. Vorbei am Lago Balma und in Sichtweite von ein paar kleineren Seen (Kleiner See 2042 m GPS 32T 0416.568 5055.147bzw. Wegweiser auf Anhöhe 2087 m GPS 32 T 0416.386 5055.181) und Almen (Alm1: 1941 m GPS 32T 0415.907 5055.401, Alm2: 1944 m GPS 32T 0415.895 5055.399 und Alm3: 1779 m GPS 32T 0415.269 5055.806) geht es hinunter zum Sträßchen beim Lago Vargno (1711 m GPS 32T 0415.078 5055.831). Der Weg vom Colle Balma hier herunter ist unglaublich: sofern er nicht über breite, flache Felsbänder führt, ist der Weg fast vollständig „natursteingepflastert“ und damit war auch unsere Frage vom Colle Balma geklärt, wie die Damen, die in früheren Zeiten in ihrer Tracht an der Prozession nach Oropa teilgenommen haben, dort hinauf gekommen sind: kein Problem bei solch einem Weg!
Von dem Almdorf Vargno (laut Karte), wo es auch einen erquicklichen Brunnen gibt, geht es gemächlich auf einem Natursträßchen sanft abwärts weiter, wobei man sich hier sehr gut an der IGC-Karte orientieren kann. An der Weggabelung (1457 m GPS 32T 0413.835 5056.148) halten wir uns rechts. Etwas später wird die Straße asphaltiert (1337 m GPS 32T 0412.472 5055.801) und von nun an war der weitere Abstieg kein Vergnügen mehr! Wir suchen mehrfach die in der Karte eingezeichneten Wege hinunter ins Lys-Tal, aber teilweise finden wir die Abzweigungen überhaupt nicht oder die Steige sind so hoch zugewachsen und zugebuscht, dass wir die beschwerliche harte Straße vorziehen (müssen) und alle langen Kehren über mehrere Weiler wie z.B. Pillaz (1250 m GPS 32T 0412.181 5055.589) und Chuchal (1094 m GPS 32T 0411.526 5054.740) ausgehen müssen. Eine harte Dauerprobe für unsere Knie, da ja schon der obere Teil des Weges „gepflastert“ war!
Zum Ende führt die Straße wieder ein gutes Stück nordwärts nach Colombit, wo man den Fluss auf einer Brücke überqueren kann. Direkt an der Brücke ist auch eine Bushaltestelle (887 m GPS 32T 0411.067 5056.799) der Linie nach Gressoney und wir haben das große Glück, dass wir gerade eine Viertelstunde vor dem nächsten Bus an der Haltestelle sind. Der Bus bringt uns hinauf nach Gaby, wir haben ja noch unser Auto in Niel stehen. Ich bin der Glückliche, der in Gaby auf die Rucksäcke aufpassen darf. Mein Freund macht sich mit leichtem Gepäck auf den Weg nach Niel in der Hoffnung, dass ihn vielleicht jemand mit dem Auto mitnimmt und er nicht noch mal eine Stunde auf der Asphaltstraße laufen muss. Das hat auch geklappt, seine Chaffeurinnen haben sich gefreut, dass durch ihn auch gleich ein Parkplatz für sie in Niel frei wurde.
Wir versuchen telefonisch, für die kommende Nacht noch zwei Schlafplätze in Traversella oder Succinto zu bekommen. Aber wir sind zu spät dran – alles belegt!
Also liebe GTA-Wanderer, macht es besser und denkt dran: meldet Euch immer RECHTZEITIG bei der nächsten Unterkunft an, auch wenn ihr nur zu zweit seid!!
Wir entschließen uns daher, die Etappen ab Succinto auszulassen und fahren gleich weiter Richtung Ceresole Reale und nehmen unser Quartier kurz vor Ceresole im posto tappa von Noasca, dem Albergo „Gran Paradiso“. Obwohl das Albergo seine besten Tage ersichtlich hinter sich hat, machen wir es zum Stützpunkt für die nächsten Tage. Allerdings muss man schon etwas Schmuddeligkeit vertragen können, denn in unserem Zimmer liegt eine ganze Menge Sand und Staub! Na ja, Hauptsache die Betten waren frisch bezogen!
Am Abend sind noch zwei GTA-Wanderer aus der Neu-Ulmer Gegend im posto tappa. Sie berichten, dass der Wirt in San Lorenzo dringend abgeraten hat, dem auf der Karte eingezeichneten Wegverlauf der GTA nach Noasca zu folgen, da der Steig völlig zugewachsen sei. Sie seien deshalb nach Rosone im Locanatal hinab gelaufen und hätten sich dann irgendwie entlang des Flusses durchgeschlagen, wobei es meist keinen Weg gegeben habe! Wir sind schon gespannt, was uns da am 7. Tag erwarten wird!
5. Tag: Ruhetag und Ausflug Colle Nivolet
Heute ist unser Ruhetag und da es unter der Woche keine Beschränkungen für Kfz am Nivolet gibt, machen wir einen „motorisierten“ Ausflug dort hinauf.
6. Tag: Von Noasca nach Ceresole
Zunächst müssen wir von Noasca aus etwas die Straße Richtung Ceresole hinauf hatschen, bis kurz nach den Kehren gut sichtbar rechts die GTA abzweigt (1171 m GPS 32T 0367.700 5034.835). Wer die Etappen 20 und 21 zusammenfasst und ab Rosone den Bus nimmt, muss nicht schon in Noasca aussteigen, sondern kann eine Haltestelle weiter fahren, da sich direkt an der GTA-Abzweigung eine Haltestelle befindet.
Auf einem schönen Steig geht es hinauf zu ein paar Häusern (laut Karte „Balmargesa“), wo man auch auf die vom Locanatal kommende Asphaltstraße trifft. Die GTA-Markierung weist zwar einige Abkürzungen aus, doch wir bleiben auf der Straße bis zu deren Ende, an dem sich auch ein kleiner Parkplatz befindet. Ab hier geht ein schöner Steig weiter, auf dem man mehrere verlassene Almdörfer passiert (Maison, Mola und Cappelle lt. Karte). In diesem Bereich kann man sich im Grunde nicht verlaufen, der ungefähre Wegverlauf ist aus der IGC-Karte ersichtlich. Lediglich an einer Abzweigung (kurz nach einem Bildstock) sind wir uns kurz unschlüssig, wie es weiter geht, da eine Markierung am Weg nach rechts und eine am Weg geradeaus angebracht ist. Aber wie gesagt, gem. Karte kommt eigentlich nur die Variante „geradeaus“ in Betracht. Bei Potes verlieren wir auf dem Wiesenhang kurzzeitig die Markierung, doch die weiter unten sichtbare Brücke zeigt uns an, wo wir hin müssen. Nach der Brücke geht es zunächst einen kleinen Wiesenhang hinauf zu einer kleinen Kapelle. Von hier an wird der Weg zunächst ein gutes Stück lang ziemlich beschwerlich, zum einen da es recht warm ist, zum anderen da der Weg teilweise ziemlich mit Farnen und anderen Pflanzen zugewuchert ist. Unser Puls wird ganz schön in die Höhe getrieben!
Die Steigung zieht sich ganz schön hin, bis wir schließlich die Hochebene Pra del Cres erreichen. Hier (2000m GPS 32T 0364.162 5033.912) führt ein Weg geradeaus weiter zum Bivacco Giraudo, wir zweigen nach links ab. Hier sehen wir von weitem auch die einzigen anderen Wanderer an diesem Tag: eine kleine Gruppe, die wohl zum Bivacco unterwegs ist, Wenig später kommt man an eine weitere Abzweigung, an der die rechte Variante nach Cialme führt und die GTA links nach Ceresole.
Auf schönem Weg geht es durch den Wald hinunter zur Straße kurz unterhalb von Ceresole. Das letzte Stücke geht es auf der Hauptstraße nach Ceresole hinauf, wo wir es uns noch auf der Terrasse einer Bar gemütlich machen und dann den nächsten Bus zurück nach Noasca nehmen. Fahrkarten gibt es in dem kleinen Buchladen rechts neben dem Lebensmittelgeschäft.
Hier die gemessenen GPS-Wegpunkte zwischen der Abzweigung der GTA bei Noasca und Pra del Cres…:
1352 m GPS 32T 0367.475 5035.258
1376 m GPS 32T 0367.476 5035.310
1529 m GPS 32T 0367.004 5035.250
1603 m GPS 32T 0366.254 5035.234
1587 m GPS 32T 0365.689 5035.324
1548 m GPS 32T 0365.334 5035.393
1588 m GPS 32T 0365.344 5035.310
1705 m GPS 32T 0365.363 5034.875
1854 m GPS 32T 0365.435 5034.598
1889 m GPS 32T 0365.324 5034.535
1940 m GPS 32T 0365.052 5034.270
1997 m GPS 32T 0364.493 5033.970
… und weiter nach Ceresole:
1953 m GPS 32T 0364.094 5033.653
1908 m GPS 32T 0362.945 5032.574
1570 m GPS 32T 0362.970 5032.513
7. Tag: Von Noasca nach Rosone
Da die Busfrequenz für unsere heutige Halbtages-Schlussetappe „suboptimal“ ist, fahren wir zunächst mit dem Auto hinunter nach Fornolosa und mit dem Vormittagsbus wieder hinauf nach Noasca.
Hinter dem Albergo „Gran Paradiso“ zweigt ein Fußweg von der Straße ab (1082 m GPS 32T 0368.133 5034.801). Es gibt GTA-Markierungen, man kann sich zunächst auch an den Wegweisern zum Naturlehrpfad orientieren, der am Waldrand beginnt. Auf der rechten Bachseite geht es zunächst fast eben und sehr gut markiert durch den Wald (1087 m GPS 32T 0368.093 5034.734, 1090 m GPS 32T 0368.084 5034.733, 1083 m GPS 32T 0368.060 5034.694 und 1028 m GPS 32T 0368.090 5034.636) und schließlich abwärts über den Weiler C. Balme (1008 m GPS 32T 0369.682 5033.447) zu den Häusern von Pra (901 m GPS 32T 0370.682 5032.980), wo man wieder auf die Autostraße trifft. Da der in der IGC-Karte eingezeichnete Wegverlauf der GTA von Pra nach San Lorenzo (nördlich des Orco) laut Internetberichten nicht begehbar sein soll, versuchen wir den in der Karte eingezeichneten Steig südlich des Orco von Reiner nach Rosone zu finden. Abgesehen von minimalen Wegstücken, wo man von der Autostraße auf Wege auf der Südseite des Orco ausweichen kann (wie z. B. über die Brücke bei Lilla), können wir den in der Karte eingezeichneten Weg auch nicht ansatzweise finden. Auch die von uns befragten Einheimischen verneinten die Existenz eines solchen Weges aufs Heftigste. Es ist daher zu empfehlen, diese Etappe zumindest von Rosone bis Pra mit dem Bus zu „bewältigen“ und evtl. gleich nach Ceresole weiter zu gehen.